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Logistikmarktstudie - Logistikmarkt


Schweizer Logistikgesamtmarkt im Detail

Abschätzung des Logistikgesamtmarktes

Die Abschätzung des Gesamtvolumens erfolgt in der Logistikmarktstudie Schweiz über drei unabhängige Wege, um so die „Robustheit“ des Ergebnisses zu gewährleisten (s. Abbildung 1). Eine ausführliche Erläuterung dieser drei Berechnungswege finden Sie unter der Seite Methodik und Quellen.


 
Abschätzung Logistikmarkt

Abbildung 1: Drei unabhängige Wege zu einer robusten Schätzung des Schweizer Logistikgesamtmarktes

Angebotsseitige Annäherung über die Gütertransportstatistik. 2020 sank der Wert des Logistikgesamt-marktes auf 35.9 Mrd. CHF und damit um 5.1 % gegenüber dem Vorjahr an. 

Die Annäherung über den Arbeitsmarkt (Erwerbstätigenstatistik) liefert ein geschätztes Logistikgesamtmarktvolumen von 41.8 Mrd. CHF für das Jahr 2020 (-0.2 % zum Vorjahr). Die Anzahl der Erwerbstätigen in der Logistik ist mit rund 185‘600 marginal geringer als im Vorjahr. Der durchschnittliche Bruttoverdienst sank ebenfalls marginal auf 76‘787 CHF/Jahr.

Die nachfrageseitige Annäherung über die einzelnen Branchenumsätze liefert für das Basisjahr 2020 ein Marktvolumen von 42.3 Mrd. CHF. Dieser Wert liegt um 2.4% niedriger als im Jahr 2019. Grund hierfür ist ein leichter Zuwachs des Logistik-Wertschöpfungsanteils im Verhältnis zu den in der Schweiz insgesamt erzielten Umsätzen.


Die Differenz zwischen den Ergebnissen dieser drei Wege kann als Bandbreite (Schätzfehler) interpretiert werden, innerhalb welcher sich das Logistikmarktvolumen der Schweiz bewegt. Gemittelt ergibt sich für 2020 ein Gesamtlogistikmarktvolumen von 40.0 Mrd. CHF. Dies entspricht einem Rückgang von 2.5% verglichen mit dem Vorjahreswert.

 

Entwicklung des Logistikgesamtmarktes

Der Schweizer Logistikgesamtmarkt entwickelt sich mit einem wertbezogenen Marktvolumen von 40 Mrd. CHF negativ (s. Abbildung 2). Im Vergleich zum Vorjahr sank das Marktvolumen 2020 um 2.5%.

Der Anteil des wertbezogenen Logistikmarktvolumens gemessen am Bruttoinlandprodukt der Schweiz verzeichnet mit 5.9% eine marginale Zunahme im Vergleich zum vergangenen Jahr (5.8%). In den letzten 10 Jahren schwankte der Anteil zwischen 5.4% und 6.4%.

 

 

 
Logistikgesamtmarkt Entwicklung

Abbildung 2:Entwicklung des Logistikgesamtmarktes der Schweiz in Korrelation zum BIP, Schätzung für 2021 und Prognose für 2022

Negative Konjunkturdaten der Schweizer Anrainerstaaten – z.B. Deutschland mit einem BIP-Rückgang von 5% in 2020 – haben zu einer Abnahme der grenzüberschreitenden Transporte geführt. Ferner profitieren die export-orientierten Sektoren der Schweizer Wirtschaft seit 2017 von einem relativ starken Euro gegenüber dem Schweizer Franken und beziehen mehr logistikbezogene Leistungen. Das heimische BIP ist mit einem Rückgang von 3.3% ebenfalls relativ stark abgesunken.

Für 2021 werden die erwarteten Gewinne auf dem Schweizer Logistikgesamtmarkt auf 2.4 bis 4% taxiert, womit ein Volumen von 40.9 – 41.6 Mrd. CHF einhergeht. Besonders die COVID-19-Krise mit den damit verbundenen Reaktionen von Wirtschaft und Politik stellt das grösste Konjunkturrisiko dar und führt zu unabsehbaren Konsequenzen für die schweizerische, europäische sowie globale Wirtschaftslage in den kommenden Jahren. Dies hat daher auch Folgen für die Märkte. Nach einem turbulenten Jahr 2020 blickt es sich nun wieder positiver in die Zukunft, es wird von einer schnellen Erholung auf das Niveau der Zeit vor der Pandemie im Jahr 2021 ausgegangen.

Für 2022 wird eine weitergehende Erholung der Wirtschaft von der COVID-19-Krise, einhergehend mit einem deutlich positiven Anstieg des Logistikgesamtmarktes von 2.6 – 4.3% und einem Gesamtmarktvolumen von 42.3 – 43 Mrd. CHF, prognostiziert.


Hinweis:

Die Zeitreihenanalyse der Jahre 2006-2020 (s. Abbildung 2) und die Konjunkturprognosen für die Schweiz des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) erlauben die Anwendung einer einfachen Regressionsanalyse für die Abschätzung der Entwicklung des Logistikmarktvolumens 2020 und 2021.


Entwicklung der Erwerbstätigen in der Logistik

Die Anzahl der Erwerbstätigen in der Logistik hat um 0.1% abgenommen und liegt im Jahr 2020 bei rund 185‘600 Beschäftigten. Damit ist das Wachstum zum ersten Mal seit 2013 wieder negativ.

Die Entwicklung der Erwerbstätigenanzahl in der Logistik (-0.1%) ist im Einklang mit der Abnahme bei den Erwerbstätigen in der Schweiz insgesamt (-0.1%) (s. Abbildung 3).

Grundsätzlich handelt es sich bei der Nachfrage nach Logistikleistungen um eine derivative, d.h. abgeleitete Nachfrage. Bei sinkender Anzahl der gesamten Erwerbstätigen in der Schweiz ist auch ein Abstieg der Erwerbstätigen in der Logistik zu erwarten. Dieser positive Zusammenhang zwischen der Anzahl der Mitarbeitenden in der Logistik und der BIP-Entwicklung schwächt sich zusehends durch Produktivitätssteigerungen sowie eine erhöhte Substitution von Mitarbeitenden durch Maschinen im Zuge einer fortschreitenden Automatisierung ab.

Trotz eines signifikanten Rückgangs des Logistikmarktes um 2.5% im Vergleich zu 2019 blieb die Anzahl der Erwerbstätigkeiten sehr stabil – grossflächige Entlassungen waren also als Folge der COVID-19 Krise nicht zu verzeichnen.

 
Erwerbstätige 2020

Abbildung 3: Entwicklung der Erwerbstätigen in der Logistik der Schweiz in Korrelation zu den gesamten Erwerbstätigen in der Schweiz


Top 100 Logistikdienstleister der Schweiz

Tabelle 1: Top 100 Logistikdienstleister im schweizerischen Logistikmarkt (Umsatz- und Mitarbeiterwerte im Jahr 2020)

TOP20 

Ranking nach Umsatz und Mitarbeitenden

Die Top 100-Liste verschafft einen Überblick über die grössten Logistikdienstleister der Schweiz. Die untersuchten Logistikunternehmen werden anhand eines Umsatz-Rankings sowie der Anzahl der Mitarbeitenden dargestellt. Weiterhin wird eine Unterscheidung zwischen schweizweiten und internationalen Daten vorgenommen, um so die grössten schweizerischen Logistikunternehmen zu ermitteln.

Folgende Aspekte sollten bei der Interpretation berücksichtigt werden:

  • Segmentspezifische (z.B. KEP-Dienste, Stückgutlogistik) Umsatzbeträge werden nicht ausgewiesen, da die Zahlen nicht zugänglich sind (weder über Geschäftsberichte noch über Umfragen).
  • Herausforderungen der Identifikation logistikfremder Umsatzbestandteile. Dadurch können nicht direkt mit Logistikleistungen in Verbindung stehende Umsätze enthalten sein. Dies umfasst z.B.:
    • Für den Kunden entrichtete und später wieder in Rechnung gestellte Zölle. Diese vergrössern lediglich das Umsatzvolumen, ohne tatsächlich die Geschäftstätigkeit zu beeinflussen.
    • Umsätze, welche auf Handelsaktivitäten basieren, wie dies beispielsweise bei den Lagerhäusern Centralschweiz der Fall ist.
    • Einheitliche Berücksichtigung der Mehrwertsteuer in den Umsätzen.
  • Eventuell auftretende Mehrfachzählungen von Umsätzen (wegen zahlreicher Verflechtungen). Dieser Fall tritt dann ein, wenn Leistungen nicht für einen Verlader, sondern für andere Logistikdienstleister erbracht werden.

Das Ergebnis des Rankings der Top 100 Logistikdienstleister nach schweizerischen Umsätzen ist in Tabelle 1 aufgeführt.
Die Unterschiede an der Spitze sind deutlich zu erkennen. Lediglich PostMail AG und PostLogistics generieren in der Schweiz Umsätze in Milliardenhöhe.
Ähnlich verhält es sich mit den Mitarbeiterzahlen in der Schweiz. Bei der Mehrheit der Unternehmen sind zwei- bis dreistellige Beschäftigungszahlen vermerkt. Nur wenige grosse Akteure haben über 1000 Mitarbeitende. Die Gesamtbetrachtung der Top 100 zeigt, dass rund 30% der Unternehmen 100 oder weniger Mitarbeitende beschäftigen.


Abbildung 4: ABC-Analyse der Top 100 Logistikdienstleister Schweiz

01 ABC-Analyse der Top 100 Logistikdienstleister Schweiz

Mithilfe einer ABC-Analyse lässt sich die Verteilung des Logistikmarktvolumens auf die Top 100 Logistikdienstleister der Schweiz verdeutlichen (Abbildung 4). Es wird ersichtlich, dass die zehn grössten Unternehmen einen Umsatz von circa 9.2 Mrd. CHF generieren. Somit werden 56% des Gesamtumsatzes auf dem Schweizer Logistikmarkt von den zehn grössten Unternehmen erbracht (Bereich A). Die oberen 30 Logistikdienstleister der Top 100 Unternehmen machen rund 79% des Gesamtumsatzes aus (Bereiche A+B). Die verbleibenden 70 Logistikunternehmen erwirtschaften nur 21% des kumulierten Umsatzes der Top 100 Logistikdienstleister (Bereich C). Aus dieser Analyse wird ersichtlich, dass einige wenige Logistikunternehmen den Markt in der Schweiz dominieren.

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